Einregulieren von Heizungsanlagen. Beispiel Heizkörper/Heizleisten

Autor: Hans Lughofer.

Um dem Wärmeneid unter Mietern in Mehrfamilienhäusern Einhalt zu gebieten, für Einfamilienhausbesitzer, Bauherren und Interessierte, hier ein kurzer Bericht.

Es ist nicht richtig in einzelnen Zimmern die Heizung abzustellen um dadurch irrtümlicherweise Heizkosten zu sparen. Die Luft der Zimmer kondensiert an kalten (Aussen-) Mauerflächen und begünstigt das Schimmelpilzwachstum, da die Bausubstanz an Wärme verliert. Richtig ist eine gleichmässige Beheizung aller Räume mit einer reduzierten Vorlauftemperatur der Heizungsanlage. Das allein spart schon bis zu 15% Heizkosten. Dazu muss die Anlage natürlich einreguliert werden.

Auf den gezeigten Bildern kann man sehr gut die Arbeitsweise der Heizkörper in Bild 1 vor – und in Bild 2 nach dem Einregulieren sehen. Der Heizkörper in Bild 1 ist nur ein Luftheizer, Staubpartikel werden mit der Luft herumgewirbelt was Allergien auslösen kann, die Luft trocken macht usw. Der gleiche Heizkörper in Bild 2 legt nach der Einregulierung einen Wärmeschild über die Wand  und heizt sie auf. Die Wand strahlt die Wärme wie ein Kachelofen in den Raum zurück. Die Umgebungstemperatur kann hier bei 16°-18°C liegen und wird als sehr angenehm empfunden. Der Wärmedurchgang nach aussen wird nicht erhöht, da trockene Bausubstanz schlechter leitet als feuchte.

So wird ein gesundes Raumklima geschaffen. Luftbefeuchtung oder andere Massnahmen zur „Verbesserung“ der Raumluft sind nicht nötig. Bild 3 + 4 zeigen deutlich die Arbeitsweise eine Heizleiste oder auch Fussleistenheizung genannt. Durch die Bauweise wird die abgegebene Wärme direkt über die Wand geleitet und hat hier bei niedriger Vorlauftemperatur den gleichen Effekt wie zuvor beschrieben.

Ein Kunde von uns – bei welchem wir die Heizung einreguliert haben, hat uns erlaubt ihn hier mit Namen und Adresse zu nennen. Zur Info: Verbrauch – 6000 l Heizöl. Nach Einregulierung 2700 l Heizöl. Einsparung Energiekosten: ca. 55%. Das deckt schon im ersten Jahr die Kosten für die Einregulierung. Fazit: Vorhandener Kessel mit 42 kW jetzt mehr als 300% zu gross, da nur noch 13.2 kW gebraucht werden. Der Heizkessel war also von Anfang an überdimensioniert. Der Heizungsbauer hat leider nur seinen geschäftlichen Vorteil gesehen, nicht das Wohl seines Kunden, nur überschlägig und mit horrenden Sicherheitszuschlägen gerechnet. Schade!

Hier die Adresse: Markus Wolfarth, Lackier- und Beschriftungstechnik, Heuholzstr. 36, 74613 Öhringen-Ohrnberg.

Quellen:

Wissen und Anwendung: Ing. Alfred Eisenschink – Falsch geheizt ist halb gestorben. Schöner bauen, richtig heizen, besser wohnen. Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier – Richtig bauen Josef Huber, Fa. e-Win, Hunzenschwil, Schweiz.

1. Ungeregelter Heizkörper2. Heizkörper nach Einregulierung

3. Heizleiste Fussbodenheizung4. Heizleiste-Fussbodenheizung